Jackie schreit: Oh mein Gott! Ich habe sein Gehirn in meinen Händen!
 
   
 

von Karl Kilian

Teil I – Intro
Der Krimi als Gattung, bezogen auf Fernsehen und Film. Prinzipiell gibt es zwei Grundschemata der primitivsten Krimistrukur:
a) Der Mörder ist von Anfang an bekannt, die Aufgabe des Ermittlungsbeamten ist die Überführung durch den Täter. Repräsentatives Beispiel wäre Columbo, heute Punkt Mitternacht mit der Folge „Blumen des Bösen“ auf ORF 1. Also beeilen!
b) Im zweiten Fall der primitivsten Krimistrukur ist der Mörder längere Zeit unbekannt. Das Verbrechen liegt als Zerstückelung, Zerhäckselung, als Lebensabtrennung vor: MORD!! Das Publikum muss bei der Aufklärung selbst miträtseln. Der klassische: Husdannit?
Nehmen wir ein Beispiel aus der Praxis:
Die geheimnisvolle Russin kommt, übergießt ihn mit Benzin & bittet ihn dann um Feuer.
Die Kommissarin und ihr Kollege, der berühmte Ermenreich, rätseln: Mord oder Selbstmord? Die Umstände sind verdaulich, während sie noch rätselknackend sitzen, stürmen 3 Kerle eine Bank, nun geht es los!


Teil II – Die Tatwaffe
Sieben Schüsse töteten den Portier Karl Heinz G., der in Gerasdorf bei Wien drei Bankräuber verfolgte. Bei einem Verdächtigen wurden sowohl die Mordwaffe, eine Walther PP, Kaliber 7,65, als auch die Munition sichergestellt. Diese Munition mit Spezialprägung wurde Ende der 80er Jahre von einem heimischen Erzeuger für eine südafrikanische Waffenfirma gefertigt. Lediglich ein Restbestand blieb in Österreich. Ein Bezug zur Russenmafia wird nicht ausgeschlossen.

Teil III – Der Überfall
Die Tür an der Bank flog zur Unterseite, drei Männer polterten heraus und die Stufen zum Trottoir hinunter. Sie hatten maskierte Gesichter, jeder von ihnen hatte einen Beutel unter dem Arm. Hinter ihnen ein Mann, dessen Gesicht blutüberströmt war, der Portier der Bank. Er hob seinen Ballermann und schoss den Kerlen hinterher. Der erste der 3 gab oben seinen Beutel, warf die Hände zur Oberseite und fiel. Leblos kugelte er die Stadien abwärts. Einer der beiden anderen Verbrecher wurde in Kraft gedreht und schoss auf den Pförtner, der langsam zu den Knien ging. Aber immer noch spuckte die Waffe, die er in der Hand hielt. Er wusste, der Tod saß ihm im Nacken. Er kannte ihn, den Tod mit dem er im Stellring saß.
Im Fallen wurden ihm die Risse im relativ entkommenden Kraftfahrzeug gewahr.


Teil IV – Die Flucht
Röchelhatz, die Hundehatz, röchelhatz, der Bluthund fährtet und die Wunde, oh Röchelhatz, das Zittern, das Blut im Lauf, mein Fleisch ist Jagdhundsfraß des Racheengels Totgeschossner, so laufwankle durch die Straßen hinaus gegen die Felder schleppe ich, die Wanderkugel im Bauchspeichler geschwitzt, die Maske hinweg die Waffe, im Laufen, im Stolpern, die Brücke, die Felder, das Bellen der... oh Röchelhatz!, das Blut, die Wand der Wunde im Röchelhatz, die Hundehatz, geifernd der Zahnfletscher, der Bluthundsfährte führt den Röchelhatz!

Teil V – Der Fleck auf der Hose
Beim Eintreffen der Kommissarin sagte der Portier kein Sterbenswörtchen, denn er war defekt, er war sogar bereits tot, seine Lungenbläschen kullerten über die Granitstufen des Bankgebäudes. Die Kommissarin stieg hinab zu ihrem Kollegen, dem berühmten Ermenreich, der neben der Leiche des Bankräubers stand. „Das ist ja eine kolossale Geschichte“, sagte sie, „ein Banküberfall am hellichten Tag während ich über eine Feuerleiche sinniere!“ „Ich finde auch, zwei Fälle an einem Tag sind eine Sauerei!“, bestätigte der berühmte Ermenreich und fuhr weiter fort: „Sozusagen ein Leichnam der Studie des Feuers, angegriffen im unermesslichen Tageslicht.“ Die Kommissarin nickt, während Ermenreich die Toilette aufsuchen musste.
„Der Sohn vom Chef gehört dazu!“, rief plötzlich eine gellende Frauenstimme. „Ich habe es genau gesehen, die Kerle sind in seinem Wagen geflüchtet, er höchstselbst saß dabei am Steuer!“ Die Kommissarin hatte schlagartig ihren Namen vergessen. „Verdammt!“, brummte sie, „das wird ja immer schöner!“ und sie bekreuzigte sich. „Hast du gehört, was diese hysterische Gans geschrien hat?“, fragte sie Ermenreich, der einen nassen Fleck in der Hüftgegend hatte.

 

 

Teil VI – Das Hackebeil
Du Schwein! Was schlägst du mit dem Hackebeil
Auf mich ein & brichst mir meine Schädelbasis,
wo mir bereits linksgeohrt das Großhirn aus dem Schädel dringt und ich krieche davon vor dir am Boden, wie ein Wurm und du
schlägst ein auf meinen Kopf mit deinem Hackebeil. Du Schwein! Du warst es doch, der seinen Sohn dabeizuhaben trachtete beim Überfall und nun wo alles so, wie du nicht hast gedacht, sie haben ihn dir umgebracht, so soll es sein wir drei, nun zwei und ich schleppe mich ich krieche ich die Stufen, nur mehr wenige Meter doch ich höre dich.
Du Schwein! Was schlägst du mit dem Hackebeil
Auf mich ein & spaltest mir das Schenkelfleisch
Und erneut nun stückelst du Gebein. Das Rot in dem Gesicht, das steht dir nicht, das Rot, mein Blut pulsiert im Takt des Lebens das den Körper trägt heraus des Spalts den deine Klinge schlug in meinen unversehrten Körper, nur noch wenige Meter, spritzt das Blut, ich Moribundus.


Teil VII – Der berühmte Ermenreich
Der berühmte Ermenreich war der wichtigste Assistent der Kommissarin. Doch als er ihr eines Tages mitteilte, dass er am Wochenende zur Wellness fahren wollte & das mit einem „Cool, oder?“ untermauerte, da schrie die Kommissarin stracks hysterisch los: „DENGLISCH! Verdammtes Denglisch! Verdammter Bastard einer Sprache!“, startete ihre Handtaschenkettensäge und zerstückelte den berühmten Ermenreich.


Teil VII _ - Hosenmatz!

Er war immer gargar gaga (wie war er?) unpünktlich der Schlingel. Immer war er unpünktlich, tststs! Aber dieses x – das war definitiv der falsche Zeitpunkt für Unpünktlichkeit!
So ein Hosenmatz!


Teil VIII – Die Ermittlungen

Obgleich die Waffe der Tat längst sicher gestellt war, übergab sie niemand an die Kommissarin. Die Kollegen waren sauer wegen des von ihr zerstückelten Ermenreich, er war so berühmt gewesen!
Die Kommissarin warf nur einen flüchtigen Blick auf den Bericht. „Solange wir die Waffe nicht haben, aus der diese Kugeln abgefeuert worden sind, sind wir ohnehin schief gewickelt!, sagte sie Achsel zuckend zu ihrem Spiegelbild. „Ich habe die gesamte Bereitschaft losgelassen, hoffentlich kommt dabei auch etwas heraus“, brummte das Spiegelbild und warf einen Blick auf die Wanduhr. Dann griff das Spiegelbild nach ihrem Flitterhut und rammte ihn der Kommissarin auf den Kopf. „Du wirst dich sofort auf die Strümpfe machen und versuchen, die Bleibe herauszufinden, in der dieser Kerl zuletzt gehaust hat. Falls du bei einem Küchenwarenladen vorbei kommst, nimmst du mir einen blauen Obstmixer mit!“, befahl die Reflexion.
Inzwischen waren bereits an über 3 Stellen Stücke des zersägten Ermenreich gefunden worden. Er wurde dadurch noch berühmter und populärer. Besonders bei gewissen jungen Herren.


Teil IX – Die Räuberhöhle
Die Räuberhöhle stinkt nach alten Socken und frischem Blut. Das Hackebeil steckt in seinem Schädel, er liegt knapp vor der Türe, hat es also nicht geschafft. Er findet die Entwicklungen verträglich, reißt sich die Maske vom Schädel und pfeift auf seine biometrischen Daten. Heute Abend wird er unauffällig ausgehen, wie immer, nur nicht auffallen!
Dann wird diese geheimnisvolle Russin kommen und ihn um Feuer bitten, damit alles geklärt ist.


Teil IX - Eine kurze Übersicht
In dieser kurzen Übersicht kommen wir zu dem Schluss, dass inklusive 2er unschuldiger Verkehrstote, die gerade verenden, jetzt bereits 7 Menschen ihr Leben lassen mussten. Verdammt viele für so einen kurzen Text! Sehrsehr schade. Insbesondere, da sich nun leider gerade auch noch die Kommissarin mit ihrem Flachshaar im blauen Obstmixer verfängt & nun um und um zusammen geheckselt wird. Das letzte was sie sieht ist ihre lachende Reflexion im Spiegel. Das einzige, das von ihr übrig bleibt ist ihr linker Zeigezeh, welcher fröhlich um die Schneideblätter des blauen Obstmixers wuselt.


Teil X – 8 Tote
So wurde also die Kommissarin die 8e Tote dieser traurigen, aber wahren Geschichte. Ich denke, es reichen 8 Tote & mache damit Schluss.